Wenn reife Engel reisen...

Ausflug nach Speyer war gesegnet
 
 

Zu unserem Gemeindeausflug nach Speyer hier ein Bericht einer Mit-Reisenden: 

Erlebnis in Dankbarkeit 

…es war wieder Seniorenausflug, diesmal nach Speyer: 
und bei blau-weißem Kaiserwetter fuhren wir, ein kleineres Häuflein, mit dem Bus sicher zum Kaiser-Dom, Segen begleitete uns. 
 
Schon von weitem, noch vor der Rheinbrücke, grüßten die Türme uns Ankommende, zwei von ihnen verhüllt zur Renovierung. Eine junge Dame nahm uns in ihre Obhut, so freundlich, so liebevoll uns “Oldies“ gegenüber! Die Begeisterung für ihren Dom ließ sie deutlich spüren während der Führung. Auch lebt sie offensichtlich die kirchlichen Angebote der Gottesdienste und Musik. 
Die Führung begann über dem mittleren Tor am westlichen Haupteingang, dort befinden sich 5 Figuren, darunter die Gottesmutter Maria als Hauptpatronin und Johannes der Täufer als Vertreter der Taufkirche der Diözese. 
 
Von Westen kommend (im Mittelalter die Seite des Sonnenuntergangs/ der Finsternis, gar des Bösen) schreitet man durch das Portal nach Osten, zur Auferstehung Christi, eine enge Pforte zum Himmel… Die Domtür (1971) zeigt Bronzereliefs, Geschichten aus dem Alten Testament weiter oberhalb aus dem Leben Jesu… 
 
Das gewaltige Kirchenschiff hat nur einen Chor, eben nach Osten, dem Licht entgegen. Es spannen sich 12 Bögen zwischen den mächtigen Pfeilern (12 Apostel), die Arkaden bilden 6 große Gewölbe (6Tage der Schöpfung) bis zum 7. Gewölbe hin nach Osten… der Chor -  
dort empfängt eine große Marienstatue den Besucher. (ich zündete dort 3 Kerzen an für meine Kinder an, ist Maria doch die oberste Weiblichkeit in unserem christlichen Gottesbild) “Salve Maria“.  
 
Dort wo Querhaus und Mittelschiff aufeinander treffen ist das Zentrum des Kreuzes, im Menschen das Herz – über dieser Vierung öffnet sich der Himmel in einer großen Kuppel, der 7. Tag der Schöpfung,
Vollendung und als Sonntag, der Tag der Auferstehung. 
 
Dann ging es hinunter in die Krypta, sie ist das Fundament, auf dem der Bau ruht. Das gedämpfte Licht ließ uns stillwerden, nur ein Sonnenstrahl fand den Weg zum Altar in der Gruft. Unsere kleine Gruppe stimmte ein Kirchenlied an, als Dank und Ehrerbietung. 
 
Danach besuchten wir die Grablegen der Kaiser und der Kaiserinnen. Damals übernahmen die Herrscher im Namen Gottes ihre irdische Verantwortung, allein im Namen Christi. Ehrfürchtige Stille umgab uns, nur steinerne Särge mit dem ewigen Licht geschmückt – “Totenstille – Totenruhe“ ich war ergriffen. 
 
Als wir wieder den unteren Vorraum betraten, steht eine übermannshohe Darstellung aus Stein vor uns: König Rudolf I. Seine Gesichtszüge erzählen je nach Schatten von Kummer/Trauer bis hin zum, für mich ironisch hochgezogenen rechten Mundwinkel: der Steinmetz hat hier auch “Herrscher-Bürde“ verewigt. 
Wieder oben in der Vierung angekommen, schwebt ein riesiges Gold-Kreuz über unseren Köpfen, die mittelalterliche Kaiserkrone weltlich am Eingang zum Mittelschiff. Wir schauten von Osten nach Westen, ein Sonnenstrahl beleuchtet die moderne Orgel, deren Pfeifen wie Flügelschwingen angeordnet sind, Musik als Verbindung zum Göttlichen… 
 
Unser Mittagessen nahmen wir fröhlich im Wintergarten eines Restaurants ein, mit Blick auf den Rhein. Im Urlaub die Ostsee, kam mit Wellen auf mich zu – der Rhein, ein Fluss er fließt und fließt stetig … wohin? ... zum Meer … 
 
Nachmittags durften wir noch eine Rundfahrt zum Altrhein erleben: Ein kleines Ausflugsschiff nahm uns mit – rheinwärts öffnete sich zur linken ein Altwasserarm: solch eine ursprüngliche Natur, eine Idylle dieser Weidenbewuchs: Knorzig wild spiegelten sie sich im ruhigen Wasser, und in dir eine Märchenwelt der Fantasie abseits des von Trulla begradigten Rheins – und auch Kaffee und Herbstkuchen gabs an Bord – 
Das war ein schöner Tag, Danke an alle Beteiligte, wir waren gesegnet! 
Evelyn Grosser